Augenblick mal

gerade las ich einen Artikel von Rebecca Maskos

Der es, wie ich finde, explizit gut ausdrückt, was ich schon vor einiger Zeit, als es um das Thema Behinderung ging verfasst habe.

gelbes Quadrat oben und unten ein schwarzer Rand. schwarze Aufschrift: Team blind

ich bin kein „Mensch mit besonderen Bedürfnissen „…

meine Bedürfnisse entsprechen durchaus dem, was Otto Normal und Luise Akademica so an Bedürfnissen ihr Eigen nennen. Ich möchte das ganz normale Leben leben, und meine Bedürfnisse entsprechen MIR, meinem Wesen, meinen Interessen, aber bestimmt nicht meinen gelegentlichen hinderlichen Ausgangspunkten. Ich bin blind; dadurch werden meine Bedürfnisse am Sehen und am Leben nicht größer und nicht kleiner, nicht besonders, sondern die derzeit gegebenen Möglichkeiten/Unmöglichkeiten schränken mich ein, behindern mich: ich werde zu einer behinderten Person.

Ich bin also „behindert“ – behindert durch nicht ausreichend zur Möglichkeit stehenden Bedingungen. Da trifft das Wort „behindert“ die Sache auf den Punkt.

Behindert ist also eine Tatsachenbeschreibung einer Momentaufnahme, einer Situation und nicht die innerste Eigen-schaft meiner in mir begründeten Person.

ich bin behindert ich werde behindert und meine Bedürfnisse sind normal und nicht besonders.

Also lasst uns die Dinge so benennen, wie sie sind.

Wenn wir das „Unwort“ behindert/Behinderung nicht als solches benennen wollen/dürfen, grenzen wir damit automatisch aus; ja, wir grenzen damit erst recht aus.

„Ach der Behinderte, ach reden wir nicht darüber, ach da schaut man doch nicht hin…“

Nein, das hatten wir doch schon, ja, lasst uns mit dem Begriff normal umgehen und lasst uns genau hinschauen, denn so haben wir die Möglichkeit etwas zur Normalität beizutragen und einen konstuktiven Umgang zu erschaffen.

Du bist behindert, hier hast du eine Brille

Du bist behindert, 5 Massagen für deinen Rücken

du bist behindert, ich rede mit dir so, dass du mich verstehst

Du bist behindert, hier ist dein Gehstock und hier mein Arm

Du bist behindert, ich gehe für dich einkaufen, bis deine Erkältung auskuriert ist

Du bist behindert, ich unterstütze dich dabei, Bahnfahrten für dich zu ermöglichen

Du bist behindert, ich gehe bewusst nur in Kinofilme, die Untertitel bereitstellen

Du bist behindert, ich teile mit dir Ressourcen

Du bist behindert, ich verschaffe dir Hilfsmittel ohne zu mucken

Du bist behindert, ich spreche mit dir über die Lügen, die in der Blödzeitung stehen Merkst du was?

Merkst du was?

…sind wir nicht Alle ein bißchen behindert!

Wann fangen wir damit an nicht mehr zu behindern, sondern zu ermöglichen?

gelbe Linie

hier findet ihr den Artikel von Rebecca Maskos

und auch Marco Zehe hat genau diesem Thema einen Artikel auf seinem Blog gewidmet.

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text Ende

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