Augenblick mal

wie leben eigentlich blinde Kinder?

Unser Tweet

„wusstet ihr, dass nicht jeder Blinde die Brailleschrift gelernt hat; Und dass nicht jeder, der die Brailleschrift theoretisch beherrscht, diese auch immer problemlos lesen kann #Braille“

wurde interessiert aufgenommen. Man stellte uns einige Fragen.

wir wollen hier auf dem Blog  die Möglichkeit und den Raum nutzen, Antworten zu geben.

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frage:

„Wie leben eigentlich blinde Kinder? Täusch ich mich oder sehe ich nie welche auf der Straße? Warum nicht?l“

Antwort:

„Woran will man erkennen, ob ein Säugling erblindet ist, der irgendwo im Kinderwagen liegt oder sitzt. Das erkennt man ja nicht auf den ersten Blick.

die Kinder werden schon früh gefördert. So ist ihrem Verhalten nicht direkt anzusehen, dass sie Dinge anders erkennen/wahrnehmen.

Frühförderung findet im Elternhaus und dann auch im Kindergarten statt.

nach der Frühförderung beginnt dann auch die schulische Förderung.

Laut Kultusministerkonferenz besuchen 7.000 Kinder mit dem Förderschwerpunkt „Sehen“ die deutschen Schulen, der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) schätzt aber, dass es mindestens 14.000 blinde und sehbehinderte Schüler gibt. Das sind 0,1% bzw. 0,2 % aller Schüler in Deutschland. 



 

frage:

„Können Blinde grundsätzlich auch normale Schulen (die sind nicht normal!)besuchen? Gibt es tatsächlich Blindenschulen und wird da nicht diese Braille-Schreibmaschine verwendet?“

antwort

ja, es gibt die Möglichkeit für blinde Schüler*innen an den sogenannten „normalen“ RegelSchulen am Unterricht teilzunehmen.

C A 27 % der sehbeeinträchtigten Schüler*innen besuchen die Regelschule. (Quelle DBSV)

Mit Unterzeichnung der BRK hat sich Deutschland verpflichtet, die Regelschule allen behinderten Kindern zugänglich zu machen und dort die Voraussetzungen für eine inklusive Beschulung zu schaffen. In Deutschland wird dieser Anspruch durch das Schulrecht der einzelnen Bundesländer näher definiert.

Teilweise besuchen die Kinder die Regelschule, der größere Teil wird in Förderschulen beschult.

Meist beginnt die Förderung blinder/sehbeeinträchtigter Kinder zu einem viel früheren Zeitpunkt.

Da blinde und sehbehinderte Kinder zur Unterstützung ihrer Entwicklung eine spezialisierte sinnesspezifische Frühförderung benötigen, bei der besondere Fördermaterialien, Förderkonzepte und besonders qualifiziertes Personal zum Einsatz kommen, gibt es Frühförderstellen für Blinde und Sehbehinderte. Sie sind häufig an Blindenbildungseinrichtungen angegliedert.

 

Das Angebot an Fördereinrichtungen/Förderschulen besteht aus unterschiedlichen Einrichtungen. Bildungsstätten decken teils das komplette Spektrum von Frühförderung (Kinder von 0 bis 6 Jahren) , Vorschule, Grundschule, und weiterführende Schule (bis zum Abitur) Andere Angebote konzentrieren sich auf den Zeitraum der 1. bis zur 10. Klasse (Haupt/Realschulabschluss), oder einem berufsorientierten Abschluss. Schulen mit Förderschwerpunkt Sehen arbeiten auch teilweise mit Regelschulen an gemeinsamen Konzepten.

Die Bedürfnisse der betroffenen Kinder sind unterschiedlich, eine fallspezifische Beratung ist daher immer sinnvoll.

PS: Ja, an den Schulen findet diese „Blindenschreibmaschine“ mit unter Verwendung.

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Informationstext: Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK) :

Sonderpädagogische Förderung soll das Recht der Kinder und Jugendlichen mit Förderbedarf im Schwerpunkt Sehen, visuelle Wahrnehmung und Umgehen-Können mit einer Sehschädigung auf eine ihren persönlichen Möglichkeiten entsprechende schulische Bildung und Erziehung verwirklichen. Sie soll dazu beitragen, Schülerinnen und Schülern mit Sehschädigungen aller Arten und Grade die Umwelt zu erschließen und die Entwicklung von Orientierung und Verhalten bei Anforderungen des Alltags in bekannter und unbekannter Umgebung zu fördern. Die sonderpädagogische Förderung ist darauf angelegt, die Identitätsfindung der sehgeschädigten und wahrnehmungsgestörten jungen Menschen zu unterstützen. Ziel ist dabei, ein möglichst hohes Maß an schulischer und beruflicher Eingliederung, gesellschaftlicher Teilhabe und selbständiger Lebensgestaltung zu gewährleisten. (Beschluß der Kultusministerkonferenz vom 20.03.1998)

Dokument KMK

 

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wichtige Links: 

 

ausgiebige Informationen zur Beschulung blinder und sehbeeinträchtigter Kinder und Jugendlicher gibt es beim DBSV:

link zum DBSV

 

Randbemerkung:

ein weiterer lesenswerter Artikel über die Beschulung:

link zum DBSV Artikel Chancen in der Schule



da der DBSV blinde und sehbeeinträchtigte Menschen vorbildlich unterstützt und fördert wollen wir euch die Möglichkeit aufzeigen, den DBSV zu unterstützen und zu fördern.

link zur DBSV spende

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