Augenblick mal

Blindenlangstock – der weiße Stock

 

 

Der weiße Stock der BlindenLangstock  

 

Mit dem Langstock und einem entsprechenden Mobilitätstraining können blinde  und sehbehinderte Menschen allein zum Beispiel auch im Straßenverkehr unterwegs sein..

 

Weltweit informieren Blindenverbände am 15. Oktober über die Benutzung des weißen Blindenlangstockes. 

 

Mancher stellt nun die Frage: „Wann hat der Stock eigentlich seine weiße Farbe bekommen und wer hat ihn erfunden?“

 

 

Sicherlich verwendeten auch schon zu früheren Zeiten Menschen Stöcke zur Orientierung. Man tastete sich vorwärts. Die Verwendung eines Stockes als Spazierstock oder als Stützstock hat jahrelange Tradition. 
Irgendwann wurde aus dem Stock ein langes, leichtgewichtiges Hilfsmittel und er etablierte die weiße Farbe als Signal.

Wann der Stock seine Farbe bekam, und wer zu allererst zum Pinsel und der Signalfarbe griff, wurde nicht eindeutig festgelegt. 

 

Offenbar geht dies auf den Künstler James Biggs aus Bristol zurück. Durch einen Unfall erblindet, fand er sich nicht mehr gut zurecht. Um besser gesehen zu werden, malte er kurzentschlossen seinen Spazierstock weiß an. So war er 1921 der erste „Erfinder“ des Blindenstockes. 

 

1931 startete Guilly d’Herbemont  in Frankreich für blinde Menschen eine nationale „Weißer-Stock-Bewegung“ und verteilte öffentlich weiße Stöcke. 

 

Im gleichen Jahr rief die BBC dazu auf, blinde Menschen mit einem weißen Stock auszustatten, diesen quasi als Erkennungszeichen zu etablieren. Die Rotarier nahmen sich dem Thema Weißer Stock in Großbritannien an.

 

In Nordamerika setzten sich ab 1930 die Lion-Clubs für die Verbreitung des Hilfsmittels ein; ebenfalls soll dort ein Blindenstock die weiße Farbe erhalten haben.  

Man startete eine Kampagne, um den Stock als Erkennungszeichen zu nutzen. 

 

Es setzten sich immer mehr Menschen für die „Langstöcke“ ein; man schuf Gesetze, die blinden Menschen Schutz und Vorrang im Straßenverkehr gewährten. ( 1930/Illinois,1935/Michigan, 1936/Detroit)

Nach und nach wurde die praktische  Nützlichkeit des Langstockes erkannt. 

 

Der Arzt Richard Edwin Hoover entwickelte die Langstocktechnik, und standardisierte die Methode, den Stock zur Orientierung zu nutzen. So wurde der Stock „Hoover-Cane“ genannt. Die damals entwickelte Technik wird noch heute als „Tipp-Technik“ zusammen mit anderen Techniken angewendet.

 

Blindenvereinigungen wurden in der Gesellschaft hörbar. 

 

Menschen in den Vereinigten Staaten drängten den Kongress, den 15. Oktober eines jeden Jahres in allen Bundesstaaten zum Verkehrssicherheitstag des weißen Stockes zu ernennen. 

Am 6. Oktober 1964 wurde eine gemeinsame Resolution des Kongresses angenommen und in Kraft gesetzt, die den Präsidenten der USA ermächtigte, den 15. Oktober eines jeden Jahres zum „Verkehrssicherheitstag des Weißen Stockes“ zu erklären. 

Nach der Verabschiedung der Kongressresolution 

rief Lyndon B. Johnson als erster Präsident den 15. Oktober zum Verkehrssicherheitstag des Weißen Stockes in den USA aus. 

1969 riefen die Vereinten Nationen den „Internationalen Tag des Weißen Stockes“ ins Leben, der jeweils am 15. Oktober begangen wird. 

 

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Viele sehbeeinträchtigte und blinde Menschen benutzen den BlindenLangstock tagtäglich.

Das Hilfsmittel sollte nicht verschmäht werden, weil man Bedenken hat, sich damit als hilfsbedürftig zu zeigen, damit aufzufallen. Benutzt den Langstock selbstbewusst, seid selbstsicher! Werdet sichtbar – nicht nur am Tag des Weißen Stockes.

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Anmerkung:

Der Weiße Langstock ist in Deutschland ein Verkehrsschutzzeichen nach § 2 Absatz 2 

FeV Fahrerlaubnis-Verordnung, sowie allgemein ein optisches Erkennungsmerkmal, das Sehenden signalisiert, Rücksicht zu nehmen.

Blinde und sehbehinderte Menschen können sich demnach durch Führen eines weißen Blindenstocks kennzeichnen.

Andere Verkehrsteilnehmer dürfen das Kennzeichen im Straßenverkehr nicht verwenden.

 

Sowohl in der Schweiz, als auch in Österreich wird Benutzern des Blindenlangstockes im Verkehr eine Vorrangstellung gegeben.

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lesen Sie dazu auch: eine lange kurze Geschichte.

Nimbus, ein Langstock

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